Blog zum Perspektivenwechsel

05.04.2019

Verlust an Empathie

Die Rechtsmedizinerin Cristina Cattaneo aus Mailand wollte Flüchtlinge identifizierten, die im Mittelmeer ertrunken sind. Die Toten stammten aus dem Süden Afrikas. Es gab keine Pässe, keine Passagierlisten. Unter den Toten auch ein 12 jähriger Junge. In seine Jacke eingenäht war ein Stück Papier. In die Jacken eingenäht sind häufig die wichtigsten Dinge, alles andere wird ihnen weggenommen. Man hat festgestellt, dass dieses aufgeweichte Papier ein Schulzeugnis des Jungen war:

Ein 12 jähriger Junge nimmt auf seine gefährliche Reise ein Schulzeugnis mit um zu zeigen: Europa, ich hab was gelernt, kann etwas geben, nehmt mich auf. Aber dieses Europa von Kant und Goethe - mit seinem Überfluss an Wissen läßt es zu, dass weiterhin Menschen im Mittelmeer ertrinken.Müssen wir nicht alle eine grenzenlose Scham empfinden? Ich jedenfalls empfinde sie, sehe einen großen Verlust an Empathie und Verantwortung.

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München