Blog zum Perspektivenwechsel

16.11.2017

Metoo - es geht nicht um Sex, es geht um Macht und Gewalt

Während  täglich neue Vorwürfe der Belästigung und Vergewaltigung gegen Produzenten, Regisseure, Schauspieler und Politiker öffentlich werden, fragt man sich, ob sich nun endlich was ändert, oder warum es so einen Aufstand gibt.

In der Debatte geht es nicht um Sex. Es geht um Machtmissbrauch, den gesellschaftlichen Umgang mit Sexismus und die Rolle der Männer in diesem Diskurs.Die meisten Geschichten, die in den letzten Wochen enthüllt wurden, haben eines gemein: Wohl kaum ein Mann würde sich an eine Frau heranmachen, über die er keine Macht hat. Für Männer wie dem bekennenden Belästiger Donald Trump gehört all das zum normalen Alttagsritual. Es scheint eben Männer zu geben, die in ihrem Geschlechtsorgan eine "hochmütige Unübertrefflichkeit" sehen. Es ist auch das Patriarchat, das sich über Jahrhunderte wie ein Geschwür fortgepflanzt hat hat. 

  Fast 6000 schwedische Schauspielerinnen haben sich kürzlich zu Wort gemeldet, weil sie Übergriffe an Bühnen und bei Dreharbeiten erlebt haben. Warum sie sich nicht gewehrt haben, oder auf die Rolle verzichtet? Möglicherweise wegen Ausgrenzung und der Angst vor dem Jobverlust. Den sexistischen Machtmissbrauch kann man nur abschaffen, wenn auch das Machtgefälle, Teile der Hierarchien verschwinden - was nicht einfach zu realisieren wäre. Es scheint eine gute Zeit, um über das Verhältnis der Geschlechter zu reden. Allerdings verstellt das ständige Hochpumpen von Skandalen in den Medien, den Blick aufs Grundsätzliche.

Gerhard Baum, ehemaliger Bundesinnenminister brachte es kürzlich in  einer TV-Talkrunde auf den Punkt:“Wir haben einen Alltagssexismus, in jeder Institution, überall, an jedem Tag, der zusammenhängt mit den Machtstrukturen. Wir müssen diese Krankheiten in unserer Gesellschaft aufspüren und darüber reden, wir brauchen einen Mentalitätenwechsel."

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München