Blog zum Perspektivenwechsel

17.08.2017

Frau Bond 007 - Männlichkeit in der Krise?

Diesen Sommer wird vielleicht noch die Frage gelöst, wer den nächsten James Bond spielt. Lange schon steht es im Raum, die Rolle einer Frau auf den Leib zu schreiben. Wird die Frau möglicherweise neu erfunden? Ist der traditionelle Mann - und mit ihm die Männlichkeit - in der Krise? 

In den Medien wird derzeit häufig dieses Thema aufgegriffen, u.a. mit der Nachricht, dass in Deutschland dreimal so viele Männer sich das Leben nehmen, als Frauen, -  dass die Arbeitslosenquote bei Männern höher liegt als bei Frauen, dass Männer sich in ihrer sexuellen Dominanz bedroht fühlen, weil im Dating-Markt nun auch Frauen immer selbstbewußter agieren. Der britische Autor Jack Urwin begründet das in seinem Männlichkeits-Essay „Boys don’t cry“ mit dem Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, im Aussterben von klassischen männlichen Berufsbildern der Arbeiterklasse und im Wegbrechen traditioneller Familienformen mit dem „Oberhaupt“ Mann. Möglicherweise begleitet von der Angst der Arbeitslosigkeit, Angst vor dem Bedeutungsverlust, Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg. Angst vor dem Verlust der Leistungsfähigkeit, mit dem letztlich der Verlust der männlichen Identität verbunden ist. Es ist nicht einfach, immer Leistung und Erfolg vorweisen zu müssen, ob nun auf dem Sportplatz, im Sitzungsraum oder im Schlafzimmer. 

Während womöglich die Arbeiterklasse verschwindet und Männer auch in der Zahl der Universitätsabsolventen hinter die Frauen zurückfallen, sammeln sich Reichtum und wirtschaftlicher Erfolg in den Händen weniger Personen - vor allem in den Händen von Männern. Männer stehen dabei im Außen ganz oben, werden beklatscht, gefeiert, aber sie stehen als vermeintlich große Persönlichkeiten auch ganz armselig unten. Vielleicht könnte das heißen, dass der Mann Opfer von Globalisierung, Feminismus, Kapitalismus und der bösen neuen Welt geworden ist  und damit in der Hierarchie nach unten fällt? „Wenn Männer in der Hierarchie nicht mehr über Frauen stehen, können sie auch nicht mehr fallen und den Frauen gleich werden.“ Jack Urwin

Vielleicht vermag der Mann zu lernen, dass es nicht mehr in jeder Situation adäquat ist, Stärke zu zeigen. Dass es oft besser ist, zuzuhören - die Natur hat uns immerhin mit zwei Ohren und einem Mund ausgestattet - und eventuell „weibliche“ Werte wie Einfühlungsvermögen und soziale Intelligenz zu verwirklichen.

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München