Blog zum Perspektivenwechsel

15.06.2017

Weisheit des Scheiterns

„In Europa wird Misserfolg als etwas sehr Schlimmes empfunden. Wenn jemand nach der Universität scheitert verfolgt ihn das ein Leben lang. In Amerika im Sillicon Valley scheitern wir ständig. Wir fallen hin stehen auf und machen weiter“ - Steve Jobs 1984

Bis ein Kind laufen kann, ist es 2000 Mal gescheitert, es kann aber gut damit umgehen, weil alle wissen, dass es eines Tages laufen wird. 250 Versuchsbirnen benötigte der Erfinder Thomas Edison, bis eine Glühbirne schließlich funktionierte. „Aus jedem Fehler habe ich etwas gelernt, das ich beim nächsten Versuch berücksichtigen konnte.“ Misserfolg, Scheitern sagt nichts über meinen Wert aus. Unser Leben beginnt als Misserfolg, wir haben keine Garantie die große Liebe zu finden, oder… Vielleicht sollten wir Verantwortung für Misserfolge übernehmen, dürfen ihn aber nicht mit ihm identifizieren. Man fühlt sich besser, wenn man seinen eigenen Anteil am Scheitern anerkennt, akzeptiert und nicht bei Anderen die Schuld sucht. 

Den Misserfolg nicht als Demütigung, sondern als reiche Erfahrung zu sehen. Wir leben in einer kranken Kultur, die das Scheitern mit entsetzlichen Schuldzuweisungen verbindet. In USA und in den nordeuropäischen Ländern ist das anders. Dort wird Misserfolg als Chance gesehen, um Fehler nicht noch einmal zu machen. Scheitern heißt möglicherweise schon auf dem richtigen Weg zu sein. Der Misserfolg bringt uns weiter als der Erfolg. Der ist zwar sehr angenehm und verfolgt eine gewisse Trunkenheit, führt aber nicht zur Weisheit. Scheitern ist nicht schlimm, es kann sehr fruchtbar sein, aber nur dann, wenn wir es nicht als persönliche Niederlage empfinden. Misserfolg ist kein Schreckgespenst, das uns den Mut zum weitermachen nimmt, sondern Motivation zur Veränderung. Nicht dem Misserfolg, dem Fehler sollten wir den Krieg erklären, sondern der Fehlerlosigkeit. Schon Goethe wußte: „Stolpern fördert.“


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München