Blog zum Perspektivenwechsel

27.01.2016

Brauchen wir – Druck?

»Wenn man gut spielen will, kann man nicht auf den Platz gehen und denken: Ich muss jetzt die Erwartungen der Leute erfüllen. Man muss sich von diesem Druck freimachen«, Fußball-Nationalspieler Mario Götze (Bayern München) kürzlich in einem Interview. Die Vorstellung, dass wir Druck brauchen, um Erfolg haben zu können, wird uns schon von Kindheit eingeimpft. Der Druck beginnt, wenn wir etwa drei Jahre alt sind – "weine nicht schon wieder, beeile dich, ein Indianer kennt keinen Schmerz..."

Dieses Thema begleitet uns durch unser ganzes Leben, im Privaten und Beruflichen. Erfahrungen zeigen allerdings, dass wir mehr Erfolg haben, wenn wir aufhören, selbst Druck auf uns auszuüben. Uns allen scheint etwas angeboren zu sein, das will, dass wir besser werden. Beim Coaching von Führungskräften fällt immer wieder auf, dass es ihnen schwer fällt, das zu begreifen. Der Chef denkt: “Wenn ich keinen Druck ausübe, wird die Aufgabe nicht erledigt.“ Die Mitarbeiter sagen: “Wenn es nicht so aussieht, als würde ich an meine Grenzen gehen, wird der Chef denken, dass ich nicht hart arbeite.“ Das ist ein unproduktiver Kreislauf.

Zahlreiche Beispiele aus Unternehmen und im Sport zeigen immer wieder auf: Wenn Menschen von außen keinen Leistungsdruck verspüren, sich im Gegenzug der eigenen, vorhandenen Fähigkeiten bedienen – und damit eine positive Herausforderung empfinden, werden bessere Leistungen erbracht.


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München