Blog zum Perspektivenwechsel

02.02.2016

Schokoriegel oder Kaffeetasse

Ein amerikanischer Professor hat bei einem Versuch - 200 Leuten eine Kaffeetasse gegeben. Er hat ihnen dann im Tausch gegen die Kaffeetasse einen Schokoriegel angeboten. 70 Prozent der Probanden hielten an dieser Kaffeetasse fest. 30 Prozent tauschten sie gegen den Schokoriegel. Bei einem anderen Versuch – wieder 200 Menschen - gab er den Leuten als erstes einen Schokoriegel und hat ihnen dann im Tausch eine Kaffeetasse angeboten. 70 Prozent der Probanden hielten am Schokoriegel fest.

Möglicherweise nach dem Motto: lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück. Wir überschätzen das, was wir besitzen (und evtl. verlieren könnten); und wir unterschätzen das, was wir gewinnen könnten. Möglicherweise scheint der Mensch ein Reaktionär zu sein, den jede Veränderung schreckt, sogar eine neue Zahnbürste. Insofern gleichen wir kleinen Kindern, denen ja auch die Wiederholung des Immergleichen Sicherheit gibt. Neue Erfahrungen versuchen wir zunächst den vertrauten Mustern anzupassen Vielleicht haben wir die Tendenz, an dem festzuhalten was ist - und wenn etwas anderes passiert, was unvorbereitet ist – gerät man in Unruhe und klammert sich am Bekannten. Die Kraft des Überraschenden wird nicht zugelassen. Lieber neigen wir dazu, uns im Rahmen des Bekannten zu bewegen. In der Regel begrüßt der Mensch überall Veränderungen nur nicht an sich selbst. Sie können große Organisationen wahrscheinlich nicht ändern. Darauf warten, dass andere was ändern ist eher sinnlos. Aber jeder kann seine eigene Welt verändern, und damit Spuren hinterlassen.

Ein gutes Training könnte sein, öfter mal die Komfortzone zu verlassen, heraustreten und etwas zu tun, wovor man möglicherweise am meisten Angst hat. Das heißt nicht, dass Sie ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen: Sich von Ihrem Haus, Ihrem Auto, Ihrer Yacht, Ihrem...trennen sollen. Selbst Veränderungen in kleinen Dosen sind wohltuend und befreiend. Den Mut aufzubringen, sich selbst zu hinterfragen könnte ein erster Schritt sein. Es könnten z.B. eingefahrene Verhaltensweisen, Glaubenssätze und Routinen sein, die verändert werden könnten. Joggen Sie mal Ihre Laufstrecke in ungewohnter Richtung, oder nehmen Sie mal einen anderen Weg zur täglichen Arbeit, oder lassen Sie sich mal nicht von Argumenten anderer Menschen leiten, oder...


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München