Blog zum Perspektivenwechsel

30.11.2015

Ich muss – ich will

Beobachten Sie sich einmal in Ihrem Tagesablauf: Wie häufig verwenden Sie das Wort: ICH MUSS?

Gibt es ein „ICH WILL“ hinter unserem „ICH MUSS“? Oder haben wir möglicherweise vergessen, dass „ICH WILL“ nur noch als Idee in unserem Körper existiert? Wenn wir uns vom Verlangen unseres „persönlichen Ich“ abgekoppelt haben und in einem Meer von „ICH MUSS“ ertrinken – ich muss eine überzeugende Präsentation erstellen, ich muss den Urlaub buchen, ich muss diese Zeit beim Halbmarathon  erreichen, ich muss allem gerecht werden. ICH MUSS - ist wie eine Maske, die sich die Ehrgeizigsten unter uns frühmögens umschnallen, um sie erst spätabends wieder abzulegen. Die Maske der Selbstoptimierung, der Effizienzsteigerung, der Überperfektion. ICH MUSS, ist das ständige Vergleichen, Abgleichen, Messen mit anderen. Dabei müssen wir möglicherweise mit einem besonders gemeinen, weil unsichtbaren Gegner fertigwerden: dem Zeitgeist, der wie ein zäher Smog über allem wabert. Er ruft uns zu: Du kannst alles haben - du mußt nur genug leisten und ein bisschen schneller machen.
Möglicherweise sollten wir mehr Verantwortung für uns selbst übernehmen: wie wir leben und arbeiten wollen.  Wann hatten Sie z.B. das letzte Mal das Funkeln in den Augen, als Sie gearbeitet haben? Wann haben Sie das letzte Mal aus tiefster Überzeugung heraus geliebt, was Sie tun? Wann waren Sie das letzte Mal in Ihrem Element? Begeistert ?  Idealistisch?  Gelegentlich könnte man sich  vielleicht hinterfragen, inwieweit man sich dem gesellschaftlichen Druck – des „ICH MUSS“ unterwerfen will. Wollen wir nicht mal alle Sätze mit den Worten "ICH MUSS" rauswerfen? Was könnte zum Vorschein kommen? Vielleicht klare Gedanken! Visionen, die jegliche Fesseln sprengen
Alle Anstrengungen zur Selbstbestimmung, heraus aus dem „ICH MUSS“ Modus, bei der Arbeit bzw. im Privaten sollten ihre Wurzeln letztlich im eigenen tiefsten Wollen finden. Es ist sicherlich nie zu früh und zu spät, eine persönliche Reise der Emanzipation hin zum „ICH WILL“ anzutreten.

 

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München