Blog zum Perspektivenwechsel

26.09.2016

„Ich weiß, wer ich bin“

Der US amerikanische Management-Papst Peter F. Drucker wurde Anfang 1993 in einem Interview gefragt, welchen Tip er jungen Führungskräften aufgrund seiner langen Erfahrung mitgeben würde, seine Antwort lautete: „Erkenne dich selbst!“

Möglicherweise ist Führungskräften von Unternehmen wie VW, FIFA, ADAC... das "Erkenne dich selbst" - abhanden gekommen, oder vielleicht auch verschüttet. Viele Führungskräfte scheinen sich nicht für ihr inneres Selbst zu interessieren, für ihren inneren Bezugsrahmen und noch weniger für die Einzigartigkeit ihrer Erfahrungen. Sie interessieren sich vor allem für das, was sich an der Peripherie ihres Jobs – im Außen abspielt, ohne anzuerkennen, dass sich etwas in ihnen abspielt: Das innere Spiel. Möglicherweise geht es um Gefühle. Die männliche Führungsriege (vielleicht wären mitfühlende Frauen eher geeigent?) lebt möglicherweise in der Vorstellung, dass  Gefühlswelten und Intuition -  beim Führen und beim Treffen von Entscheidungen eher unpässlich sind.  Es scheint so, dass Gefühle in den patriarchalischen Führungsstrukturen der Konzerne keinen Platz neben Exel-Tabellen haben. Für unsere Gefühle sind wir genauso verantwortlich wie für unsere Gedanken. Deshalb können wir unsere Gefühle beeinflussen, indem wir die Qualität unseres Bewusstseins, unserer Gedanken ändern. Einmal den Mut aufzubringen, sich selbst zu hinterfragen. Tief und ehrlich in sich hineinzuhören und von Zeit zu Zeit auch mal Querdenker sein. Wir werden uns von einem Führungsverständnis verabschieden, bei dem alles angeordnet wird. Sich verabschieden von der Kommando-Kontroll-Kultur. Vielleicht sollten wir in den Organisationen nach mitfühlenden und glaubwürdigen Menschen Ausschau halten, die das Potenzial haben, eine Führungsposition zu übernehmen. Daniel Kaplan, der Präsident der Hertz Equipment Rental Corporation hat das für sich so formuliert: „Ich weiß, wer ich war, wer ich bin und wo ich sein möchte“, mit anderen Worten könnte das bedeuten: Nur wer sich selbst begegnet, kann anderen glaubhaft begegnen.


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München