Blog zum Perspektivenwechsel

01.07.2015

Fehlerkultur – make mistakes

250 Versuchsglühbirnen benötigte der Erfinder Thomas Edison, bis eine Glühbirne schließlich funktionierte. „Aus jedem Fehler habe ich etwas gelernt, das ich beim nächsten Versuch berücksichtigen konnte.“ Eigentlich gibt es keine Fehler. Ein Fehler ist eher eine Interpretation, eine Frage der gewählten Perspektive.

In kaum einem Land werden Fehler so geächtet wie bei uns. Wir Deutschen neigen dazu Fehler individuell zuzuschreiben, der Betreffende schämt sich, erstarrt und flüchtet sich im Zweifelsfall in die innere  Immigration d.h. er verweigert sich, macht lieber gar nichts mehr.  Fehler erzeugen Ängste, Schamgefühle, Reue und ein Gefühl des  Versagens. Dies führt in Organisationen und Unternehmen zu  Innovationsstarre. Lieber weitermachen, statt Kreativität in etwas Unbekanntes zu investieren, da könnte man ja einen Fehler machen: “The man who does not make mistakes is unlikely to make anything”

Mit dem Begriff Fehlerkultur wird ein Perspektivwechsel in Gang gesetzt, der kreative Potentiale freisetzen kann. Dieser Perspektivwechsel geht davon aus, dass in dieser Welt nicht alles vorhersagbar ist. Fehler eröffnen Chancen zum weiteren lernen. Das Individuum oder eine Organisation kann durch Fehler etwas über sich selbst erfahren. Fehler sollten Situationen zugeschrieben werden, nicht einzelnen Personen. Persönliche Schuldzuweisungen erzeugen fast immer negative Reaktionen. Sie behindern den möglichen Lernprozess sie führen dazu, dass Fehler vertuscht werden,  anstatt sie zu kommunizieren. Als  Folge einer negativen Fehlerkultur sieht der Psychologe Gerd Gigerenzer, dass wir uns  immer mehr zu einer defensiven Gesellschaft bzw. einer Absicherungskultur entwickeln: Man geht davon aus, dass Fehler nie passieren dürfen. Wenn einer passiert versucht man das unter den Teppich zu kehren oder sucht nach dem Schuldigen. Eine positve Fehlerkultur geht anders: Wenn Fehler passieren sucht man nicht nach dem  Schuldigen, sondern man sucht nach der Ursache und versucht diese zu beseitigen – die kann in der Struktur liegen. D.h. ein Fehler ist positive Information, die man verwendet um das ganze Unternehmen besser zu machen. Nicht dem Fehler sollten wir den Krieg erklären, sondern der Fehlerlosigkeit.

Schon Goethe wusste: „Stolpern fördert.“

 

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München