Blog zum Perspektivenwechsel

15.06.2015

Werden Sie Dirigent

Der 94 jährige Onkel Henry wurde gefragt, ob er denn sein Leben genossen habe – schließlich wären seine verbleibenden Jahre ja auch gezählt. Darauf gab er die ernüchternde Antwort: „Nein ich habe es nicht genossen – ich habe es ganz verschenkt. Ich habe es meiner Frau gegeben, meinen Kindern, meiner Kirche, meiner Arbeit...“ Er zählte noch weitere Dinge auf.

Möglicherweise hätte er gerne sein Leben selbst besitzen wollen - seine Bedürnisse gelebt. Woher aber können wir wissen, ob wir tatsächlich unsere Bedürfnisse leben, ob wir Dirigent unseres eigenen Orchesters sind? Wieviel von dem, was wir tun, beruht darauf, dass wir anderen gefallen wollen?

Am Lenkrad Ihres Autos haben Sie in der Regel die Kontrolle über die Fahrbahn über Ihre Reise. Doch gehen wir mal davon aus, dass im Auto Mitfahrer sitzen – Besserwisser, die glauben über die Fahrt bestimmen zu müssen: „Fahr langsamer...Bieg dort nach rechts ab...Fahr nach links.“ Diese Wichtigmenschen reden als hätten sie eine gewisse Kontrolle über die Fahrt, obwohl das eindeutig nicht stimmt. Sie können entscheiden, ob Sie ihnen die Kontrolle überlassen wollen. Erlauben Sie es sich, den Erwartungen anderer auch mal nicht zu entsprechen - oder wie es Theodor Adorno ausdrückte: "Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, sich weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht dumm machen zu lassen."

 

Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München