Blog zum Perspektivenwechsel

26.03.2015

Inner Game Sport

Kürzlich erzählte mir bei einem Seminar eine Teilnehmerin, dass sie demnächst mit ihrem Mann zum Skilaufen nach Österreich fahren würde. Doch das wäre alles nicht so einfach – berichtet sie sehr angespannt. Auf was man da alles Acht geben müsse – diese ganzen Bewegungsabläufe, die Ängste vor schlimmen Stürzen, dann noch die ständigen Korrekturen durch ihren Mann: …du fährst nicht gut genug, du musst mehr vorne bleiben, du musst dies,…du musst das…..Für diese Frau wurde der Skiurlaub möglicherweise zum Stressurlaub.

Stress den wir erleben, machen wir uns häufig selbst. Beim Sport habe ich dieses Phänomen häufig beobachtet.  Etwas, was eigentlich Spaß machen sollte, wird mit größter innerer und äußerer Anspannung betrieben. Ob beim Skifahren, Joggen, Tennis, Golf, etc. Warum können wir unseren Sport nicht einfach nur genießen. Ein Blick in die verkrampften und hektischen Gesichter von Freizeitsportlern zeigt gelegentlich anderes: verbissene Konzentration abgehetzt, erschöpft keuchend – so kurz vor dem Herzstillstand. Der Stress kommt vermutlich nicht vom Lieblingssport an sich. Er entsteht aus dem Sinn, der Bedeutung, dem wir ihm beimessen. Dem Druck, den wir selbst von außen wahrnehmen: du musst jetzt voll an deine Grenzen gehen…oder so. Wenn wir den schädlichen Druck hinter uns lassen wollen, sollten wir im Hinblick auf dessen Bewertung einen bewussten Umgang lernen: Der Anspruch, der Ton, die Färbung, das Gefühl für Leistung könnten verändert werden. Wir könnten uns einfach einer entspannten Leichtigkeit der Bewegung hingeben, wir könnten die Schönheit der Natur wahrnehmen. Doch vielleicht stellt man fest, dass das gar nicht so einfach ist. Die unbewussten äußeren Einflüsse können Freunde sein, die Ihnen erklären, wie wir unseren Sport auszuüben haben, oder reichlich vorhandene Ratgeberliteratur, die wir gelesen. Um das zu durchschauen erfordert es  Aufmerksamkeit und Fokussierung nach innen. Möglicherweise könnten Sie Ihre eigene Absicht formulieren: „Nein heute bin ich nicht hier, um zu beweisen wie sportlich perfekt ich bin, wie heftig ich es mir heute geben muss...sondern vielleicht um………………….Die Antwort sind Sie selbst.


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München