Blog zum Perspektivenwechsel

19.01.2016

Die Tragik der Erwartungen

Menschen gehen Beziehungen mit Bedürfnissen und Erwartungen ein. Jeder von uns hat so seine Idealvorstellung von seinem gegenüber: In unseren Köpfen haben wir Erwartungen, was andere Menschen tun sollen, wie unser Leben aussehen soll, wie unser Partner, wie Autofahrer, wie sich der Chef, die Mitarbeiter, die Kunden sich am besten verhalten sollen.

Aber das ist alles Illusion. Es sind alles unsere Wünsche, unsere Phantasien unsere Glaubenssätze. Erwartungen sind zwar immer da – sie sind Ausdruck des eigenen Wertesystems – dem der andere möglichst entsprechen sollte. Und wenn nicht? Die meisten Machtkämpfe in Beziehungen entstehen aus Erwartungen beziehungsweise aus irrationalen Muss-Annahmen. Doch - der Andere muß nicht sein, wie er sein soll.

Erwarten Sie auf keinen Fall, dass sich Ihre Erwartungen auch erfüllen – sonst tappen Sie in die Falle. Der Andere muß nicht so sein, wie Sie sich das vorstellen. Der Andere muß nicht im Sinne unseres eigenen Gerechtigkeitsgefühls anständig mit uns umgehen. Denn was ist, wenn der Andere nicht will, oder nicht kann – oder möglicherweise nicht erkennt, was Sie wollen? Je mehr Erwartungen oder Forderungen wir an andere haben, umso mehr laufen wir Gefahr, uns als Opfer der Umstände oder anderer Menschen zu sehen.Kein Mensch gleicht dem anderen. Daher macht auch kein Mensch genau das, was man selbst machen würde. Oder, wie es der Psychotherapeut Michael Lukas Moeller umschreibt: "Ich bin nicht du und weiß dich nicht."


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München