Blog zum Perspektivenwechsel

16.06.2014

„Das geht nicht – Das kann ich nicht – Ist unmöglich!"

Wie oft haben wir diese Sätze schon verwendet?

Vielleicht vor neuen Herausforderungen, oder in Situationen, in denen wir uns unwohl fühlten, oder weil wir einige Male hingefallen sind und ein paar Niederlagen kassiert haben? Also: Stecken wir den Kopf in den Sand und geben unsere Träume auf - begeben uns in die erlernte Hilflosigkeit.

Was hält eine große, kräftige Kuh davon ab,  den dünnen Elektrozaun um ihre Weide zu durchbrechen und zu fliehen?

Sie hat gelernt, dass es weh tut, wenn sie die Grenze ihres Terrains berührt. Daher bleibt sie auf der sicheren Weide stehen, bis der Schlächter kommt. Dumm gelaufen.

Angst ist im Grunde genommen nichts anderes als der kleine Stromschlag an der unsichtbaren Grenze der bekannten Weide. Wer ein großartiges Leben führen möchte, muss aus der Komfortzone heraus. Die Alternative ist eben gelangweilt Gras wiederzukäuen, gebannt auf den Weidezaun zu schauen und darüber nachdenken, wie die Welt da draußen wohl aussieht.

Der eigentliche Haken besteht also darin, dass wir ein Verhalten, welches wir jederzeit ändern können, zu einer Eigenschaft machen. Und Eigenschaften lassen sich eben nicht verändern: die reife Tomate ist rot, eine Kobra ist giftig. Wir sind eben "Das geht nicht!"- Typen. Basta. Neurobiologen haben nachgewiesen, dass die Vernetzungsaktivität der Neuronen in unserem Gehirn immer weiter reduziert wird, wenn wir unseren Verstand, unsere kreative Intelligenz nicht permanent herausfordern. Auf den Punkt gebracht: Wenn wir aufhören, neue Dinge zu lernen, verblöden wir mit zunehmendem Alter. Der geistige Schrumpfungsprozess lässt sich aber jederzeit stoppen und sogar wieder umkehren. Das könnte heißen, dass wir Spontanität, verrückte Einfälle, Visionen, Selbstheilungsprozesse und Humor etc. wieder verstärkt in unser „System“ einfließen lassen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, die kein „unmöglich“ oder „geht nicht“ kennen, sondern nur ein „ich habe die Lösung noch nicht gefunden.“ Noch sind es möglicherweise die üblichen Verdächtigen – Angst, Scham und Schuld – die den Hahn zu unserem schöpferischen Kraftwerk abdrehen. Wir sollten uns überlegen, ob wir unsere Fähigkeiten, die Chancen unseres Lebens nutzen – und für die Dinge brennen, die uns wichtig sind.

"Etwas wagen, bedeutet für einen kurzen Moment den Halt zu verlieren, nichts zu wagen bedeutet jedoch, sich selbst zu verlieren."

(Sören Kierkegaard)


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München