Blog zum Perspektivenwechsel

19.05.2014

Die Macht der Worte

Jeder normal entwickelte Mensch verfügt über zwei besondere Machtinstrumente: die Faust und die Sprache. Professionell zugefügte Fausthiebe können blaue Felcken zur Folge haben. In unlauterer Absicht geäußerte Worte führen dagegen häufig zu inneren Verletzungen, von Selbstzweifelns bis hin zu seelischen Traumata. Ohne Zweifel: Der zwischenmenschliche Austausch ist eine hohe Kunst, an der wir allzuoft scheitern. Wir glauben: Je mehr wir reden, desto mehr werden wir verstanden. Tatsächlich aber gibt es große Unterschiede zwischen dem, was wir sagen und dem wie wir verstanden werden.

Oft liegt es daran, dass wir nicht miteinander, sondern aneinander vorbei reden. Worte sind mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben. Worte können Gefühle, Leidenschaft, Vertrauen, Liebe aber auch Angst und Traurigkeit auslösen. Z.B. die Angewohnheit, statt „ich“ das Wort „man“ zu gebrauchen. Macht es einen Unterschied? Natürlich. Oder, macht es einen Unterschied im eigenen Empfinden, ob jemand sagt: "Das war eine tolle Leistung" oder "Das war eine gute Leistung"? Macht es einen Unterschied, ob dir jemand sagt "Sie sind ein totaler Versager" oder "Da ist Ihnen ein Fehler unterlaufen"? Natürlich macht es einen Unterschied und diesen Unterschied spüren wir, egal ob ein anderer diese Worte zu uns sagt oder ob wir so mit uns selbst reden. Die passenden Worte zu finden ist mehr als nur Hirngymnastik - es ist eine Kunst, die zu beherrschen auch viel zum Erfolg zwischenmenschlicher Interaktionen beitragen kann. Unsere Paarbeziehungen könnten beispielsweise friedlicher verlaufen, wenn wir in der Lage sind, sie von sinnlosen "Geräuschen" zu befreien. Möglicherweise sollten wir mehr darauf achten, wie jeder in seinem eigenen Sprachgebäude haust. Das könnte bedeuten, gelegentlich das Gerüst des sprachlichen Bauwerks zu überprüfen,

„Die meisten Streitigkeiten kommen dadurch zustande, dass die Menschen ihre eigenen Gedanken nicht richtig darstellen oder die anderen falsch deuten.“

Baruch de Spinoza


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München