Blog zum Perspektivenwechsel

18.03.2014

...wider die Ohnmacht...

„...wichtiger als der Sieg war, dass ich am Abend vor dem Rennen (Olympiasieg Sotschi) in mein Tagebuch schrieb: Zum ersten Mal seit zwei Jahren fühle ich mich wieder wie eine richtige Athletin – das Gefühl der Ohnmacht war weg. Ich habe mich der Situation nochmals gestellt, und ich habe es geschafft. Natürlich, es bleiben Herausforderungen, aber wenn es morgen wegen einer Verletzung vorbei sein sollte, könnte ich dieses Kapitel in Frieden abschließen."

...aus einem Interview mit Dominique Gisin, (Überraschungs) - Abfahrts-Olympiasiegerin in Sotschi. Ihre endlose Krankheitsakte der letzten Jahre liest sich wie ein medizinischer Horror-Bericht – u.a. neun (!) Knieoperationen - die Liste ließe sich beliebig fortstzen. Ihre Karriere  war fast nur von Tiefschlägen geprägt.

Die sympathische Schweizerin (als Kind wollte sie schon Skirennläuferin werden) verfolgte trotz „schlechter Zeiten“ ihr Ziel, ohne sich zwanghaft mit Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen zu martern. Möglicherweise wußte sie nicht, wann sie nach dieser zermürbenden Durststrecke ankommen werde, doch sie wußte, dass sie es schaffen kann. So werden vermeintliche Niederlagen zu Durchgangsstationen auf dem Weg zum Ziel.

Wie sagte Antoine de Siant Exupery über die Faszinationskraft einer guten Vision: "Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufträge zu vergeben und Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München