Blog zum Perspektivenwechsel

14.02.2014

Berauschendes Gesellschaftsspiel

Smartphones,Twitter, Facebook; Online-Petitionen und Co sind inzwischen unsere treuen Begleiter, fast wie ein zweites Ego – sie laden sich auf mit unserer Aufmerksamkeit und fressen unsere Zeit – oder uns selbst? Szenen im öffentlichen Leben vermitteln das Bild einer Symbiose zwischen Mensch und Technik. Menschen halten sich krampfhaft an ihren iPhones fest, als drohe Gefahr, sofort an Wichtigkeit und Bedeutung zu verlieren.

145 Tote soll es inDeutschlnd im Jahr 2015 durch "daddelnde" Handynutzer gegeben haben - durch Bahn- oder Autounfälle. Keine Frage, die digitale Revolution ist ein spannender und historischer Umbruch - irreversibel. Der unglaubliche Erfolg von sozialen Netzwerken beruht möglicherweise auf der wirkungsvollen Simulation von Kommunikation und Freundschaft, ohne physische Identität. Wir präsentieren uns wie Avatare - mit tausenden von "Freunden", posten uns die Finger wund, um in der großen Gemeinschaft aufgenommen zu sein. Vielleicht sind Netzwerke auch Sehnsuchtsverstärker? Suche nach Anerkennung, Selbstvertrauen, Stärke, nach Zugehörigkeit zu einem globalen, eher beliebigen Ganzen? Das Netz ist ein Raum der Freiheit und Kreativität, aber auch eine Technologie der Kontrolle und Macht. Wie wir das Netz sehen hängt möglicherweise von unserem Blickwinkel ab. Sehen wir es eben mal als Spiel auf einer gewaltigen Bühne, deren Schauspieler wir sind. Gespielt wird ein Improvisationstheater, das sich aus einer offenen Szenerie nährt. Doch während wir uns an diesem Gesellschaftsspiel berauschen, sollten wir uns gelegentlich erinnern: An unsere physische Identität - im hier und jetzt - körperlich und mental.


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München