Blog zum Perspektivenwechsel

26.01.2014

Verantwortlichkeiten updaten

Wir blicken zurück auf Bankenkrisen, auf öffentliche Politskandale – auf tägliche Negativschlagzeilen - NSA, Steuerhinterziehung, Katholische Kirche, ADAC. Menschen in herausgehobenen Positionen, die moralisch gefehlt haben, wird immer die Frage gestellt: Wer ist hier für was verantwortlich?  Sind es Institutionen, Systeme oder der handelnde Mensch? Fehlt möglicherweise bei den Handelnden der Anstand? Was passiert, wenn das Vertrauen im öffentlichen Raum nicht mehr stattfindet? Ist uns dann eh schon alles wurscht? Kein Zweifel, diese Gefahr besteht.

Jeder trachtet danach keine Verantwortung übernehmen zu müssen – und einem anderen die Verantwortung oder Schuld zuzuschieben. Wir delegieren unsere Verantwortung für das eigene Erleben gerne an andere. Das ist die Urglückserfahrung – die Kindheitserfahrung – andere haben für mich die Verantwortung – ich kann schreien, ich kann weinen  - wenn ich Hunger habe – es ist immer jemand da – das steckt tief in uns drinnen. Man denke dabei an die Beratungskultur unserer Tage – an Mc Kinsey, an Roland Berger, an Boston Consulting, etc. , kein Unternehmen, kein Politiker, keine Universität, die nicht eine Kette von Beratern um sich schart: Unternehmensberater, Bildungsberater, Farbberater, etc. was ist das anders als: Verantwortung zu delegieren – warum denkt man nicht selbst darüber nach, welche Farbe es sein soll...? Die Entscheider verstecken sich dahinter, was die Unternehmensberatung, Medien oder die Politik vorgibt. Konsequenz könnte sein, dass wir unsere - möglicherweise veraltete Software updaten sollten. Auf Dauer könnte das heißen, dass wir wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen. Der Staat kann nicht verantwortlich sein, wie wir unser Privatleben, unsere Beziehungen, unsere Sexualität  gestalten. Es ist klüger und ökonomischer, sich wieder mehr auf sich selbst zu besinnen, die Opferrolle zu verlassen und wieder Eigenverantwortung aufzubauen. Mal wieder selbst nachdenken. Verantwortlich sein könnte auch bedeuten, wie ich mit meinen vorhandenen Fähigkeiten umgehe, wie ich mit meinem Körper umgehe. Sich selbstbestimmt zu entwickeln, könnte heißen dem Blick der Anderen zu begegnen und ihm standhalten. „Die selbstbestimmte Auseinandersetzung mit den Blicken und Meinungen der Anderen kann darin bestehen, sich stets von neuem zu vergewissern, wer man ist.“


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München