Blog zum Perspektivenwechsel

17.01.2014

Perspektivenwechsel – was Unternehmen erfolgreicher macht

Der Alltag unserer Unternehmenswelt - wie wir ihn kennen - wird regiert von Zahlen, von Profit – ablesbar in Bilanzen, Diagrammen, TV Einschaltquoten und Excel-Tabellen. Die Zahlen müssen stimmen. Das fordert der Vorstand und die Aktionäre - soll das Unternehmen weiterhin vertrauensvoll agieren. Erstaunlicherweise reicht dieses Vertrauen nie bis zu denjenigen im Unternehmen, die den geforderten Gewinn erwirtschaften: den einfachen Mitarbeitern und den Vorgesetzten im unteren Management – die viel Wissen einbringen. Stimmen die Ergebnisse nicht, wird im klassischen Managementstil schnell gehandelt. Dann beherrscht ein hektischer Optimierungswahn in den Führungsetagen die Szenerie. Dabei kommen dann vor allem die Mitarbeiter selbst und die Kosten die sie verursachen, auf den Prüfstand. Möglicherweise könnten ungenutzte Potentiale von Mitarbeitern zielfördernd sein, diese müßten jedoch kommuniziert und erkannt werden, bevor das nächste „Change-Projekt “ gegen die Wand gefahren wird.

Ja, Management alter Schule hat mal funktioniert, aber zu einem hohen Preis: Kreative Mitarbeiter mit eigenen Ideen und einer eigenen (anderen) Meinung mussten sich Normen, Regeln und Hierarchien unterwerfen – wodurch viel Individualität, Engagement, Kreativität und Leidenschaft unterdrückt wurde. Nach der aktuellen Gallup-Studie sind nur 7% aller Mitarbeiter hoch motiviert, 13% dagegen handeln sogar destruktiv - der Rest macht Dienst nach Vorschrift - eher demotiviert. Solch hohe Demotivation schadet der Produktivität – erzeugt hohe Arbeitsausfälle  - kostet Millionen Euro – doch gemessen wird das nicht. Die besten Nachwuchstalente im Management fragen sich bereits: Gibt es in diesem Unternehmen überhaupt Ziele außerhalb des Erreichens der Zahlen? Will ich in einem solchen Unternehmen arbeiten? Habe ich dort die Chance, mit meiner Arbeit einen Unterschied zu machen? – (Benedikt Herles, 29; Jungmanager)

Die Lösung liegt nicht darin, überkommene Managementprinzipien mit ein wenig Kosmetik zu überziehen. Es geht um die Ablösung von Management durch etwas Neues. Unternehmen werden ganz neue Wege ausprobieren, Trampelpfade in die Zukunft schlagen.

Es braucht einen Neustart – nicht nur des Einzelnen – sondern des ganzen Systems. Es geht um: die Art, wie wir wirtschaften, wie Menschen innerhalb und außerhalb der Unternehmenswelt, in Systemen, in der Politik, in der öffentlichen Verwaltung miteinander umgehen, wie Chefs ihre Mitarbeiter führen, wie Mitarbeiter mehr Verantwortung übertragen bekommen - gemäß ihrer Fähigkeiten und wie unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Erst dann werden Menschen im Job ein viel höheres Maß an Zufriedenheit, Motivation erreichen und ihr volles Potential abrufen können - eben ein Perspektivenwechsel. Die Perspektive wechseln kann aber nur, wer eine Perspektive hat. "Die wirtschaftlichen Eliten stehen vor der Wahl: Weitermachen wie bisher und dabei noch mehr Vertrauen verspielen, oder die Zeichen der Zeit erkennen und das legitime Gewinnstreben neu gestalten."

"Untersuchungen haben ergeben, dass 20-30 Prozent der Arbeitsleistung durch das Unternehmensklima beeinflusst wird. Darüber hinaus können 50-70 Prozent des Klimas auf das Verhalten einer einzelnen Person zurückgeführt werden: Die Führungskraft."
(Daniel Goleman)


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München