2020

06.03.2020

Placebo-Effekt - was hat er wirklich drauf?

Als Placebo-Effekt bezeichnet man das Auftreten therapeutischer Wirkungen nach Scheinbehandlungen, insbesondere nach der Gabe von Scheinpräparaten (Placebos). Die beobachteten Wirkungen können dabei qualitativ denen eines "echten" Medikaments bzw. einer "echten" Therapie entsprechen. Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele für Placeboeffekte im Alltagsleben, die sich nicht nur auf medizinische Gebiete beschränken.

Marketingsprofessor Moty Mar und der Psychologe Dan Ariely berichteten, dass Probanden, denen man vermeintlich edle Designersonnenbrillen aufsetzte, damit Texte unter grellem Licht besser entziffern konnten als Personen, die weniger exklusive Modelle zu tragen glaubten. Auch im Bereich des Sports konnten die Wissenschaftler über leistungsfördernde Wirkungen berichten. So haben Amateurgolfer, denen man vorgeblich den Schläger eines Profispielers in die Hand drückte, subjektiv den Eindruck vermittelt, das zu treffende Loch sei größer und das Putten falle ihnen leichter als mit dem eigenen Standardschläger. Unter dem Strich benötigten die Betreffenden mit der Profiausrüstung auch tatsächlich weniger Schläge. Placebos wecken die Erwartung auf Heilung in der Medizin, aber auch im Alltag. Diese Erwartung entsteht irgendwo im Gehirn. Letztendlich beeinflusst unser Nervensystem aber mehr Prozesse in unserem Körper als allgemein angenommen. Stellt sich immer wieder die Frage: Welche Energie ist es, die ausreicht, damit wir daran glauben können? So subjektiv der Placeboeffekt auch anmutet, er ist alles andere als ein Hirngespinst.


Über den Autor

Meine wichtigsten Charakterzüge:
Empathie, Authentizität, Verlässlichkeit, Wertschätzung und Offenheit für alles Neue.

Meiner Arbeit als Coach liegt das Selbstverständnis zugrunde, dass der Mensch mit allen wichtigen Fähigkeiten ausgestattet ist, man muß sie nur aktivieren.

Reutlingen – Stuttgart – München